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Es lebten zwei Künstler im zwanzigsten Jahrhundert, scheinbar ohne direkten
Bezug, aber in einer ähnlichen Originalität: Pablo Picasso und Miles Davis.
Beide erfanden zu Lebzeiten, Jazz und Malerei mehrmals neu. Die Gemälde von
Picasso wurden zu den teuersten in der Geschichte und die Musik von Miles, mit
diesem sehr speziellen Trompeten-Sound, hat sich zum meist-zitierten Element
in verschiedenen Tendenzen der modernen Musik entwickelt. Warum? - Ihre
Arbeiten selbst waren Kultur-Stifter geworden, da beide
ausdrücklich daran arbeiteten, einen Beitrag zur Kunst zu leisten. Und ein
Beitrag zur Kunst ist stets das Mitschreiben an einem Inter-Text: der
Geschichte der Menschheit.
Die Anforderung auch einen Beitrag zur Kunst gestalten zu können, war
ebenfalls die treibende Kraft hinter den Aktivitäten vom CCSJ, noch vor Beginn
der ersten konkreten Schritte. Mit etwas Ausdauer, Geduld und auch Biss,
konnten zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Durch das Vorweisen
neuer Texte, Schriften und einer überraschenden Kontextualität, wurde das
kulturelle Leben auf der Insel Ibiza bereichert. Es kam ein kräftiger Impuls
in Richtung eines professionellen Ansatzes zum organisieren der PR-Arbeit
aller Kunst-Stätten. Besuche von lokalen Schülerinnen und Schülern zu
Ausstellungen, sowohl traditioneller als auch moderner Gestaltung, weckte
manches Interesse für die Herausforderungen in einem globalen Dorf. Sehr gut
an kamen die " Mittelmeer-Frequenzen" in den Bildern der taiwanesischen
Malerin Vicky Chu (sie erhielt ein Glückwünsch-Telegramm vom ersten
Staats-Sekretär im Aussen-Ministerium der taiwanesischen Regierung, für die
gelungene Ausstellung).
Konzepte wie thematische Ausstellungen, Mischungen von verschiedenen
Hintergründen und sozio-kulturellen Kreisen, ebenso wie Nationalitäten, bei
Autoren und Publikum, die bislang eher ungewöhnlich auf der Insel waren,
wurden zur Inspiration für viele. Die improvisierte Performance mit den
"Friends of Elvis“ aus Paris (Frankreich)zur Eröffnung der Installation "Love
Me Tender"(zum 25. Todestag von Elvis Presley) wurde Anstoß für eine lange
Reihe von Konzerten in Erinnerung an fast alle verstorbenen Stars des
Show-Business, die willkommene Einkünfte für lokale Musiker brachten. Und man
kann wohl davon ausgehen, dass die ästhetischen Anforderungen an die
Präsentationen der Ausstellungen im CCSJ einen nicht geringen Einfluss auf die
Gestaltung einiger anderer Events hatte.
"Kunst ist etwas sehr schönes, macht aber viel Arbeit." - Sagte der Münchner
Dadaist Karl Valentin ... und hatte absolut recht damit. Ein gesundes
Gleichgewicht zwischen dem Ludischen und dem Didaktischen hilft unnötigen
Verschleiß zu vermeiden, unverhältnismäßige Exzesse im Spaß wie im Ernst -
und ebenfalls: für die Akteure ebenso wie für das Publikum. Die Kultur dreht
sich um einen Kern von Kreativität und es geht weniger darum, Waren für einen
allgemeinen oder speziellen Geschmack zu produzieren. Künstlerische
Anwendungen und Handhabungen von verschiedenen Kontexten, an ihren jeweiligen
Orten und zu ihrer konkreten Zeit, können zu Intertextualitäten führen und
sind wesentliche Voraussetzung für eine künftige KulturGestaltung. Das CCSJ,
eine privat finanzierte Initiative, hat seine Authentizität in diesem
internationalen Diskurs gezeigt. Auf welcher Ebene – und in welcher Dimension?
- Die Messung von Erfolg ist, seit es Foren im Internet gibt, mehr in Mode
denn je, auch als Herausforderung für das CCSJ, mit einem Neustart seiner
bewährten Programme auf einer anderen Ebene.
Wie bereits im "Blick zurück" erwähnt wurde, sollte ein kulturelles Zentrum
als ein Trainingsprogramm von Inter-Kommunikation verstanden werden.
Das
sozusagen Endlose in unserer Vitalität, das eine hohe Elastizität fordert, um
dominiert zu sein. Aber die Worte Training oder Übung sollten uns nicht
täuschen: Es wird immer unter simulierten Bedingungen von Notfällen geübt, um
eine grössere Erfolgswahrscheinlichkeit im Ernstfall zu erhoffen. Fehler
werden nicht erlaubt, bleiben aber sehr wahrscheinlich. “Bei günstigem Verlauf
der Übungen könnte sich ein Set von interkulturell verbindlichen Disziplinen
herausbilden, den man dann erstmals zu Recht mit einem Ausdruck bezeichnen
dürfte, der bisher stets voreilig verwendet wurde: Weltkultur”,
beendete der populäre Essayist Peter Sloterdijk seine letzte Arbeit
“Zorn und Zeit". In seinem Hauptwerk “Sein und Zeit” bestätigte Martin
Heidegger, einer der letzten großen Denker: “Die existenzial-ontologische
Verfassung der Daseinsganzheit gründet in der Zeitlichkeit.“ - Und
Heidegger antwortete dann, mit der letzten Frage in seinem Text,
auf eine grosse Anzahl von Unbekannten: “Offenbart sich die Zeit selbst
als Horizont des Seins?”
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